Samstag, 26. Juli 2014

Reiten und der Kaffee

Wo wir schon in einem Gebiet sind, dass sehr weitläufig ist uns viel zu bieten hat, haben wir die Chance genutzt eine Reittour zu einem Wasserfall zu unternehmen. Insgesamt ging es mit einer Gruppe von 11 Leuten los, zuerst noch ein einfaches Stück, um sich an die Tiere zu gewöhnen, dann jedoch einen immer steileren Weg den Hang hinunter. Nach gut zwei Stunden über Stock und Stein und durch die wunderbare Landschaft hier, sind wir  dann an einem Wasserfall angekommen, wo wir schwimmen gehen konnten. Das Wasser war allerdings eiskalt, jedoch eine willkommene Erfrischung. Danach ging es dann wieder zurück die Hänge hoch. Ein Glück das wir die Pferde hatten, denn ansonsten wäre das eine ziemliche Tortur geworden. Zum Ende hin sind wir, naja fast alle, dann zur Farm galoppiert, mein Pferd war jedoch etwas müde und wollte nur traben... Vielleicht auch besser so, denn da wir das Reiten nicht gewohnt sind, hatten wir danach ziemliche Schmerzen in den Oberschenkeln.
Der Danny aufm Pferd

Flussdurchquerung
Da wir uns hier ja in der Kaffeeregion befinden haben wir natürlich auch eine Kaffeefarm besichtigt. Das Ganze ist sehr interessant, besonders dass nur die minderwertige Ernte im Land bleibt und das hochwertige Produkt komplett exportiert wird. Deswegen bekommt man in Kolumbien, sofern man die gleichen Läden besucht wie die Einheimischen eigentlich nur B-Ware... Auf der Farm durften wir sogar unseren eigenen Kaffee pflücken und mahlen, und ihn dann nachher auch trinken.
Frisch gepflückter Kaffee, noch in der Schale

Links: der getrocknete, grüne Kaffee; Rechts: der geröstete Kaffee

Mittwoch, 23. Juli 2014

Salento

Abends um 10 Uhr losgefahren, sind wir, mit zweimaligen Umsteigen, morgens um 8 Uhr in Salento angekommen. Hier leben wir auf einer Farm mit Pferden, Hunden, Hühnern und Ziegen. Insgesamt ist die Gegend eher ruhig, Salento ist nur ein kleiner Ort mit 7000 Einwohnern. Entsprechend sehen auch die Aktivitäten aus, nachher werden wir versuchen einen Ausritt zu einem Wasserfall zu machen und vielleicht noch eine Kaffeefarm besuchen. Ansonsten steht hier noch Wandern auf dem Programm, da die wunderschöne Landschaft einfach dazu einlädt.
Blick vom Aussichtspunkt in Salento
Kulinarisch befinden wir uns mal wieder einem Forellengebiet, die kommt frisch aus dem Cocora-Tal. Gestern war dann auch Fischtag, mit einer Forellensuppe und Forelle in einer Milch-Zwiebel-Tomaten-Sosse gekocht. Dazu wird ein riesiger Patacones serviert, ein Fladen aus Kochbanane. Dieses Essen war ausgezeichnet und mitunter eines der Besten der ganzen Reise, bzw. eine der besten Forellen die ich je gegessen habe.

Abends waren wir dann noch mit ein paar anderen Deutschen (Warum laufen hier eigentlich nur Deutsche aus dem Kölner Raum rum?), die wir schon in Bogota getroffen hatten, Tejo spielen. Tejo ist der Nationalsport von Kolumbien und wurde in abgeänderter Form schon von den Indianern gespielt. Dabei geht es darum einen metallernen Stein in einen matschigen Kasten zu werfen in dem ein Metallring liegt. Auf dem Ring liegen kleine Päckchen mit Schwarzpulver, die es zum explodieren zu bringen gilt. Insgesamt sammelt man dabei Punkte und das Verliererteam muss die Getränke bezahlen. Das Ganze ist allerdings schwerer als es sich anhört, wir habe es nur ein paar Mal geschafft, dass wirklich etwas explodiert ist. Dann knallt es aber laut, es gibt Feuer und jede Menge Rauch.
Tejo - fast - in Perfektion (für die Suchfreunde, man kann den Tejo im Bild fliegen sehen)
Dem Danny geht es übrigens auch noch gut und er hat einen neuen Freund gefunden, wie folgendes Bild zeigt:
Danny und sein bester Freund

Dienstag, 22. Juli 2014

Nebel, Waffen und Essen

So sieht ein normaler Tag in Bogota aus, aber der Reihe nach:

Sonntag morgens sind wir zum Monserrate, dem Hausberg Bogotas, aufgebrochen. Es gibt drei Möglichkeiten dort hochzukommen: zu Fuss, mit der Seilbahn und der Zahnradbahn. Wir haben uns für letzteres entschieden, was eine schöne, steile und kurze Fahrt durch den Wald ist, bis man die ca. 600 Meter hinter sichgebracht hat. Dann muss man noch ein kleines Stück gehen und man ist an der Gipfelkirche angekommen. Monserrate ist eine Pilgerstätte und da am Sonntag Unabhängigkeitstag war, war es dort entsp(b)rechend voll. Dafür war die Musik im Gottesdienst immerhin interessant, nicht nur so altmodische Orgelmusik, sondern auch mit Gitarre und anderen Instrumenten poppig gestaltet. Wir sind dann noch auf dem Gipfel rumgelaufen, wie es sich für eine richtige Pilgerstätte gehört gibt es natürlich massenhaft Staende die allen Ramsch verkaufen: Marienstatuen, Ponchos, Trinkflaschen, Power Ranger Figuren, Kokain-Marihuana-Salbe, usw. Da wir ja schon 3200 Meter über dem Meeresspiegel waren und die Luft dünner ist, haben wir uns einen Coca-Tee gegönnt. Laut Tipps der Einheimischen hilft der super gegen Höhenkrankheit. Weil wir so hoch waren befanden wir uns jedoch auch in den Wolken und hatten nur bedingt gute Sicht über Bogota. Was wir aber sehen konnten war beeindruckend. Die Stadt ist wirklich riesig.
Bogota vom Monserrate aus
Was auch auffällig war, dass dort oben jede Menge schwer bewaffnetes Militär rumlief, zum Teil auch mit Grantwerfern. Nachdem wir mit der Seilbahn wieder runtergefahren waren, sind wir in die Stadt gegangen. Aufgrund des Feiertags war dort ziemlich viel los auf der Strasse, alle möglichen Kleinkünstler, bis hin zum Meerschweinchen-Wettrennen. Die Stadt war ebenfalls voll mit Militärs unterschiedlicher Klasse und Waffen. Besonders interessant waren jedoch die in Gardeuniform, die hatten dazu passend einen weissen Knüppel an. Wahrscheinlich damit man die Blutspritzer noch besser sehen kann... Wie wir hinterher erfahren haben, war gleichzeitig mit den Festlichkeiten auch der Präsident in der Stadt und hat einen neuen Kongress berufen, weswegen erhöhte Alarmbereitschaft galt.

Das Beste an den Feierlichkeiten sind aber die vielen Strassenstaende, die zwar sonst auch vorhanden, aber in viel kleinerer Zahl existent sind. Dort kann man neben jeder Menge frischen Früchten und Säften auch Essen kaufen, wovon wir uns hier auch gut bedienen... beim Preis von umgerechnet 0,60 - 1,20 Euro kann man da auch nicht meckern.
Fleischspiess mit Kartoffel, 60 Cent
Eine Tüte Churros, 60 Cent
Gestern waren wir dann noch im Botero-Museum, dem wohl bekanntesten Künstler Kolumbiens. Er ist berühmt dafür, alles in anderen Proportionen zu gestalten. Sonst haben wir nicht mehr so viel gemacht, denn es geht mit dem Nachtbus weiter in die Kaffeeregion nach Armenia und dann schließlich nach Salento, wo wir die nächsten Tage bleiben werden.
Die Mona Lisa von Botero

Sonntag, 20. Juli 2014

Nach und durch Bogota

Gestern sind wir von Medellin nach Bogota weitergereist. Das Ganze fand mit dem Bus statt. Wie das hier nunmal so ist, stimmen die Fahrtzeiten jedoch nicht mit der Realität überrein, veranschlagt sind 9 Stunden man braucht aber meist länger. Wir sind nach 11 Stunden angekommen, zumindest am Busterminal. Da geht dann nämlich das nächste Abenteuer los, während in der Stadt unglaublich viele Taxen umherfahren, scheinen sie den Busbahnhof zu meiden. Also muss man sich in ne Schlange einreihen, die zu einem kleinen Wärterhäuschen führt, wo man sagt, wo man hin will und sie einem einen Zettel ausdruckenn, den man dem Taxifahrer gibt. Klingt simpel, ist es theoretisch auch, jedoch mussten wir ungefähr 45 Minuten anstehen und auf nen Taxi warten...
Das hat dann auch geklappt und wir sind im Hostel angekommen. Hier scheiden sich die Geister, während es mir gefällt, ziemlich urig, alles ist bunt,mit Bildern behangen und wirkt ziemlich zusammengeschustert, findet der Danny es dann eher nicht so toll. Aber der luxusverwöhnte Herr ist auch nicht der Fan von Hostels ;-)

Die Busfahrt selber ist recht spannend, auch wenn wir viel verschlafen haben. Man fährt einmal durch die Anden, dann durch ein Tal und wieder die Berge hoch nach Bogota, dass alles erfolgt in Serpentinen und man hat sehr schöne Aussichten. Der Bus überholt dabei auch gerne mal in Kurven oder sonst irgendwie, was aber hier Gang und Gebe ist, für Europäer allerdings etwas gewöhnungsbedürftig. Während der Fahrt laufen auch Filme, besonders  beliebt ist hier Nicolas Cage... warum auch immer... es bleibt aber festzuhalten, dass er die Fahrzeit nicht verkürzt.

Obwohl wir schon früh losgefahren sind in Medellin, um 7 Uhr war es dann schon recht spät, so dass wir uns nur noch ein Sandwich geholt haben. Dies war jedoch besonders, von einem mexikanischen Laden, der voll mit Postern von Luchas Liberadores ist (Die Wrestlingfans unter uns wissen wovon ich rede, der Rest sollte nachgucken ;-) ). Außerdem gibt es noch typisch mexikanische Saucen die von scharf bis übertrieben scharf reichen.

An unserem ersten Tag in Bogota haben wir eine Fahrradtor durch die Stadt gemacht, die uns von zwei Mädels in Medellin empfohlen wurde. Und sie hatten recht, diese Tour ist wirklich gut und kann ich nur weiterempfehlen. Der Tourguide ist ein Amerikaner, der seit 9 Jahren hier lebt und sich bestens auskennt. Auf der gut 5 Stunden dauernden Tour haben wir einen Obstmarkt besichtigt und jede Menge exotische Früchte probiert, die mehr oder weniger gut schmecken. Am besten fand ich die Nispero, falls mal jemand was exotisches probieren möchte. Dann waren wir noch an einer Schokoladenfabrik, einer Kaffeefabrik und haben auch die dunkleren Seiten der Stadt gesehen, mit dem Rotlichtviertel und sehr heruntergekommenden Strassen. Insgesamt muss ich sagen, dass Bogota wesentlich dreckiger und auch unorganisierter wirkt als Medellin. Jedoch hat es auch seinen eigenen Charme und weisst sehr viele bunte Stellen und Murals auf, welche von der Stadt unterstützt werden.

Donnerstag, 17. Juli 2014

Kolumbien und das Essen

Hierüber muss man auch mal sprechen. Zuerst erinnert die kolumbianische Küche mich doch recht stark an die schottische, jedoch nicht vom Inhalt her, sondern von der Zubereitung, hier wird einfach unheimlich viel frittiert. (Das spiegelt sich dann übrigens auch in der Optik wieder...)
Es gibt hier Unmengen an billigem und exotischem Obst. Dem Danny hat es besonders die Guananaba angetan, zu deutsch, der Sauersack.
Ansonsten lässt sich über die Küche noch sagen, dass man versucht immer etwas Gesundes zum Frittierten zu reichen, sei es einen Löffel Salat, ein Streifen Avocado oder eine gebackene Banane. Immerhin, der Wille zählt ;-) Dazu gibt es dann oftmals Reis und einen Arepa (eine Art Maistortilla) und schon hat man eigentlich alle Zutaten die man für ein typisches Essen der Paisa braucht. Fehlen nur noch die Bohnen, das Spiegelei und eine Art Fleisch.
Diese Bandejas Paisas werden hier an jeder Ecke für 3-6 Euro angeboten und sind eine sehr sättigende Mahlzeit.

Falls das nicht ausreicht kann man aber auch jeder Ecke noch ein paar Empenadas, Donuts oder auch Bunuelos kaufen. Buenuelos sind Teig-Käse-Bällchen, auch diese begeistern den Danny vollends.

Insgesamt ist das Strassenessen und -trinken hier nicht schlecht, überall werden einem frische Fruchtsäfte oder Obst angeboten, das Ganze für den unschlagbaren Preis von ca. 50 Cent. Man kann sich hier also sehr billig durch den Tag futtern.

Nun aber zu den Kuriositäten. Auch Innereien sind hier eine häufige und traditionelle Zutat. Deshalb habe ich mich heute Mittag mal an eine Pansensuppe gewagt. Sagen wir mal so, dass wird nicht mein neues Lieblingsgericht, schlecht wars jetzt aber auch nicht. Pansen selber hat relativ wenig Eigengeschmack und eine Konsistenz, die irgendwo zwischen Fett (im Speck) und Wackelpudding liegt.

Darüber hinaus gibt es noch ein paar kuriose Erscheinungen westlicher Küche, z.B. die McDonalds-Läden, die NUR Eis verkaufen und auch das McDonalds Liefertaxi, dass einem z.B. den McFlurry eiskalt bis nach Hause bringt. Auch interessant ist der Dunkin-Donuts-Wagen. Den muss man sich wie bei uns nen Eis- oder Obsthändler vorstellen, der durch die Strassen fährt und seine Waren verkauft, in diesem Fall jedoch Donuts.

Mittwoch, 16. Juli 2014

60 Grad Wahnsinn

Im Moment ist es hier ziemlich heiss und sehr trocken, weshalb wir heute zu einem Wasserpark etwas außerhalb der Stadt gefahren sind. Der Park ist riesig und es gibt Beachvolley- und -fussballfelder. Dazu jede Menge Schwimmbecken, Wellenbäder, etc. für jeden ist was dabei. Um kurz die Größe des Parks darzustellen es gibt gestaffelten Gruppenrabatt für Gruppen von 40-200 Personen, 201-1000 und 1001 und mehr Personen... Hier liegt kein Rechtschreibfehler vor!

Das Highlight ist aber sicher die riesige Rutschenanlage, ich hab keine Ahnung, wie viele es sind, schätze mal so um die 30! Hier gibt es auch alles in jeder nur denkbaren Ausführung: Kreisel, Kurven, Schrauben, Reifen, etc. Das Beste sind aber die ultrasteilen Rutschen. Als erstes haben wir mit einer angefangen, die 45 Grad nach unten abfällt... schon nicht schlecht. Der Hammer ist jedoch die Rutsche mit einem 60 Grad Gefälle. Hier sieht man beim Einsteigen nur den Auslauf und nicht die Bahn selber. Sehr cool.

Das Ganze ist hier übrigens ein billiges Vergnügen, der Eintritt kostet 4 Euro und für 3 weitere bekommt man ein ganzes Mittagessen, dafür kriegt man bei uns wohl gerade mal ne Pommes.

Kein Ausflug wäre hier jedoch vollendet ohne ein Abenteuer. Da der Eingang an einer Autobahn gelegen ist hat man sehr guten Anschluss, ein Bus fährt direkt von Medellin bis vor die Türe, mit eigener Haltestelle. Der Trick ist aber wieder zurück zu fahren. Die Busse können ja schließlich nur von einer Fahrtrichtung den Wasserpark anfahren, also muss man auf die andere Straßenseite kommen, wo der Bus nach Medellin hält. Also kein Problem, wenn es denn nen Übergang oder ne Unterführung gäbe... an sowas wird hier jedoch nicht gedacht. Also ist die Lösung über die 8-spurige Autobahn zu gehen.... Ist aber auch ganz normal hier, machen viele, dafür gibt es sogar Warteinseln auf dem Mittelstreifen... Tja, so ist Kolumbien.

Dienstag, 15. Juli 2014

Guatape und la Piedra del Penol

Ungefähr 2 Busstunden von Medellin entfernt befindet sich der Felsen von Penol. Das besondere daran ist, dass es sich bei diesem Felsen um einen Monolith handelt, dessen Entstehung nicht ganz geklärt ist. Die Hinweisschilder am Felsen selber sind auch nicht eindeutig... so gibt es jede Menge Geschichten, wie dieser Fels in die Landschaft gekommen ist... die Einheimischen glauben, dass es sich dabei um einen Meteoriten handelt.
La Piedra, da geht's hoch
Wie dem auch sei, die Einheimischen haben in Handarbeit Treppen gebaut, so dass man den Felsen besteigen kann. Jedoch nicht nur ein paar Treppen, sondern es sind insgesamt 740 Stufen bis zur Spitze. Diese Anstrengung ist es aber auch Wert auf sich zu nehmen, da man von oben einen unglaublichen Ausblick auf die Seenlandschaft hat. Dabei handelt es sich um einen künstlichen Stausee, der zur Energiegewinnung angelegt wurde. Das Kraftwerk produziert immerhin 30 Prozent des kolumbianischen Stroms.
Die Aussicht von oben
Nach diesem Erlebnis sind wir dann noch in den nahegelegenen Ort Guatape gewandert, und haben uns dort frische Forelle aus dem See schmecken lassen. Guatape selber ist ein kleines Dörfchen, dass dafür bekannt ist, dass seine Häuser bunt angemalt sind. Teilweise sind sie auch noch verziert, so dass sich der Ort als sehr farbenfroh darstellt, im Gegensatz zur restlichen Bebauung der Umgebung, dabei handelt es sich meist um rote Ziegelsteinhäuser.
Die bunten Häuschen von Guatape