Donnerstag, 4. Juni 2015

Lençois Maranhenses

Ist der Name eines Nationalparks im Nordosten von Brasilien. Dort findet sich die einzige Wüste (hier streiten sich jedoch die Geister, ob es eine echte Wüste ist) des Landes. Das ganze Gebiet weisst jedoch auch einen Niederschlag von bis zu 1500mm auf. Hierdurch bilden sich in den Dünentälern Lagunen aus, in denen man schwimmen kann, ja sogar Fische leben dort. Die Ganze Landschaft wirkt extrem surreal, da man praktisch aus dem Urwald kommt und auf einmal inmitten von Sanddünen steht. Insgesamt habe ich mich zwei Tage dort aufgehalten.

Am ersten Tag ging es mit einem Boot nach Caburé, einer Art Landzunge zwischen dem Fluss und Meer. Dabei hält man auch mehrfach in dem Nationalpark an. Unter anderem begegnet man dabei Affen, die gelernt haben den Menschen alles zu klauen, was nur halbwegs nach Essen aussieht, selbst Plastikbeutel. Im Park selber leben auch einige Menschen, die sich hauptsächlich von Fischerrei leben. So habe ich dann auch die Chance genutzt mittags Fisch zu essen. Leider weiss ich den Namen nicht mehr, aber es war etwas aus dem tropischen Fluss.
Mit dem Boot durch den Dschungel
Von den Dünen auf den Fluss und Urwald schauen
Da hat einer alle Bananen geklaut
Und der nächste plant schon etwas
Auch Krebse gibt es hier, gelten in der Region als Delikatessen
Am zweiten Tag ging es dann zu verschiedenen Lagunen, mit Wanderungen zwischen diesen. Wie gesagt, die Landschaft wirkt extrem surreal und Photos können, dies leider nur bedingt wiedergeben. Sehr interessant ist auch, dass das Wasser, obwohl sehr flach, in diesen Lagunen recht kalt ist. Dies hängt damit zusammen, dass unterhalb der Wüste ein extrem großer und bodennaher Grundwasserspeicher vorhanden ist, welcher die Lagunen füllt. Zwar hängt deren Wasserstand vom Regen ab, jedoch trocken sie selbst in der Trockenzeit hier nur zum Teil aus.
Blick auf eine Lagune
Blick aus einer Lagune
Die Grenze zwischen Wüste und Urwald
Mitten in den Dünen
Sonnenuntergang in den Dünen

Dienstag, 2. Juni 2015

Alcântara

Von São Luis aus kann man einen Tagesausflug nach Alcântara unternehmen. Morgens mit der Fähre hin und abends wieder zurück, das Ganze ist Gezeitenabhängig Man braucht etwas mehr als ne Stunde für die Fahrt, bei ruhigem Wasser, was aber nur selten vorkommt.

Die Stadt, naja, eher das Städtchen besteht aus vielen kleinen Häusern, Ruinen und wie sollte es auch anders sein, Kirchen. Ist auf jeden Fall hübsch genug, um da ein paar Stunden rum zu laufen, ich hatte jedoch sagenhafte sieben davon, was eindeutig zuviel war. Da konnte nichtmal das Kirchenfest Abhilfe schaffen, dass gerade stattgefunden hat. War zwar ganz lustig den Leuten beim musizieren zu zugucken, die von Haus zu Haus gelaufen sind, um Spenden einzutreiben, jedoch konnten die nur drei Lieder spielen und dies den ganzen Tag lang. Dafür durfte ich dann auch noch, als einziger Gringo in der Stadt, bei der Besucherbefragung teilnehmen. Leider hatte sich dass dann auch schnell erledigt, nach der Frage, ob ich wegen des Festes hier sei und wie sehr ich mich für Religion interessiere. Nachdem ich damit beantworte habe, dass es Zufall ist, dass ich gerade jetzt hier bin und mich Religion eigentlich überhaupt nicht interessiert (ich habe mal eine freundlich-diplomatische Antwort gewählt), war keine der 20 Folgefragen mehr machbar. Da hatte wohl niemand damit gerechnet, dass jemand NICHT aus religiösen Gründen in der Stadt ist... spricht Bände.
Blick vom Hafen auf Alcântara
Ruine der Kathedrale
Noch mehr Ruinen
Typische Strasse in Alcântara
Apropos Religion, da hab ich noch ne lustige Anekdote der Zeugen Jehovas. Die laufen hier übringens in Massen rum und wollen mir immer ihre Zeitung andrehen. Als ich dass mal wieder abgelehnt habe - ich liebe immer deren betroffen-schockierten Gesichter - wollte dann einer tatsächlich wissen, warum denn nicht. Auf meine Antwort, Religion interessiert mich einfach nicht (man merkt, ich werde geschult auf diese Frage zu antworten), wollte mir der Kerl dann erzählen, dass es in der Zeitung um viel mehr geht, wie Lifestyle und Frisuren. Ach ja, an dieser Stelle konnte ich dann leider nicht mehr anders, als ihn auszulachen!

Sonntag, 31. Mai 2015

Nie sonntags in São Luis sein

Diesen Hinweis sollte jeder beachten, denn dann ist dort alles geschlossen, wirklich alles. Ich hatte sogar Probleme etwas zu essen zu bekommen. Das einzige was man machen kann ist mit nen Bus zu nem Strand in nem anderem Stadtteil zu fahren oder mit der Fähre nach Alcântara. Die fährt aber schon früh morgens ab, zu früh als dass ich sie hätte erreichen können nach meiner Ankunft.

São Luis hat das übliche hier zu bieten, eine zum Teil renovierte, zum Teil heruntergekommene Altstadt im portugiesischem Stil. Hat mich an Lissabon in klein und heruntergekommen erinnert. Mehr gibts auch zu São Luis nicht zu sagen, gibt wohl das eine oder andere Museum, sofern es auf hat. Und Internet-Cafés (hier Cyber-Café genannt), aber auch nicht sonntags. Eigentlich eignet sich São Luis nur gut als Zwischenstopp, um woanders hin zu reisen.
Blick von der Altstadt Richtung Stadtteil mit Strand
Beispielhaftes Bild für die Altstadt von São Luis

Freitag, 29. Mai 2015

Fortaleza

Weitere Stadt, weitere Strände. Sonst gibts in Fortaleza nicht viel zu sehen oder tun. Man kann viele regionale Strickwaren, etc kaufen. Das interessanteste ist dabei wohl der Markt im Tourismuszentrum, welcher ein umgebautes Gefängnis darstellt. Die Stadt selber hat nicht viel zu bieten, nen hübsches Kulturzentrum mit ein paar restaurierten Häusern, der Rest ist recht runtergekommen. Spannend ist vielleicht noch die Kathedrale, für die der Kölner Dom als Vorbild galt, u.a.... Stielecht mit den Parkplätzen drumherum. Auch noch hübsch ist der Sonnenuntergang vom englischen Pier aus. Ansonsten war dort nicht viel zu machen, also bin ich auch recht schnell weiter.
Interessante Palmen
Wenn die Kathedrale mal nicht verwechselnd ähnlich mit dem Kölner Dom ist...
Im Sonnenuntergang surfen

Mittwoch, 27. Mai 2015

Der grösste Cashew-Baum der Welt

Und der ist verdammt riesig kann ich nur sagen!!! Das Ding steht, bzw. wächst in Pirangi und wird auch Ein-Baum-Wald genannt. Dies vollkommen zurecht, wenn man sich seine Masse anguckt, er dehnt sich mittlerweile ungefähr auf die Grösse von zwei Fußballfeldern aus und nimmt einen ganzen Strassenblock ein. Wenn man drin steht glaubt man wirklich in einem Wald zu sein. Das Ganze kommt durch eine genetische Mutation zu Stande, die Äste wachsen nach aussen, anstatt nach oben. Durch ihr Gewicht wachsen sie dann irgendwann nach unten, bilden dort neue Wurzeln aus und wachsen wieder nach oben, usw. So kommt es dass dieser Baum immer weiter wachsen kann. Aufgrund seiner Grösse wirft er auch eine enorme Ernte ab, von ca 2,5 Tonnen Cashews. Jedoch kann man nicht nur die Nüsse (wie bei uns üblich) nutzen, sondern auch die Früchte - an denen die Nüsse hängen - werden verarbeitet. Daraus entsteht dann Saft. Dieser riecht wie die Nüsse schmeckt aber ganz anders.
Rundumsicht mit dem Originalstamm
Es ist wirklich, als würde man durch einen Wald gehen
Ich bin eine Cashewfrucht, das braune unten ist die Nuss/der Kern
Rundumsicht über den Baum (der etwas höhere Gipfel rechts ist übrigens ein normaler Cashewbaum, zum Vergleich)
So sieht Cashew-Saft aus

Montag, 25. Mai 2015

Natal

Eine weitere Stadt am Meer und ein weiterer Strand. So kann man Natal in Kürze beschreiben. Es gibt allerdings noch ein bisschen mehr zu tun. Zum einen konnte man eine Raketenbasis besichtigen, geht aber leider im Moment nicht mehr und zum anderem gibt es mitten in der Stadt einen riesigen Dünenpark, durch den man wandern kann. Hab ich aufgrund der Temperaturen von über 30 Grad Celsius dann aber auch sein lassen. Stattdessen haben wir dann Champions League geguckt, sind Pizza essen gegangen oder haben am Strand rumgesessen. Dabei muss man natürlich frische, gekühlte Kokosnuss trinken, gibts hier für umgerechnet 70 Cent und ist damit sogar billiger als Wasser.
Ansicht Richtung des Kahlkopfs, so heisst die Düne ohne Bewuschs (Beruhigend ist, dass davor ein Schild steht, dass dies militärisches Gelände ist, in dem Raketen einschlagen können, so direkt neben dem Strand)
Ansicht von den Dünen in Richtung Natal

Freitag, 15. Mai 2015

Olinda

Wie im letzten Post schon erwähnt ist die Schwesterstadt Olinda (durch ne Brücke und Park getrennt) wesentlich schöner als Recife. Allerdings ist das Zentrum auch recht klein, man hat alles in 2-3 Stunden gesehen, es sei den man möchte jede Kirche und Kapelle besichtigen. Es ist aber eigentlich viel schöner durch die Strassen zu laufen und die Ansichten und Aussichten zu geniessen. So kann man von hier auch Recife in seinen ganzen Ausmassen sehen. Was wir schon vom Flugzeug gesehen haben, Recife ist eine ziemlich große Stadt, was man so nicht vermuten würde.
Aussicht auf Recife
Strasse zu einer der vielen Kirchen
Beim bestaunen der bunten Häuser
Kontrastereiche Straßenzüge
Eine der vielen Kirchen und Kapellen