Donnerstag, 18. Dezember 2014

La Paz

Was soll ich groß zu La Paz schreiben?
Ich war dort und habs gesehen vielleicht?
Ehrlich gesagt, viel ist in La Paz nicht los, man kann feiern gehen, es gibt einen Stadtteil, der ein einziger Markt ist und die Stadt dient als Ausgangspunkt für zahlreiche Touren, zB zu Huayna Potosí.
Ansonsten wirkt La Paz eher unfertig und besteht aus immens vielen Ziegelsteinhäusern, wodurch es ziemlich rot wirkt, noch mehr als sonst hier überall.
Panorama von La Paz von Kili Kili aus gesehen
Eine typische Straße
Das Zentrum
Dann nutze ich die Chance an dieser Stelle mit ein paar falschen Annahmen aufzuräumen und auf die Stadtentwicklung einzugehen. Zu aller erst ist La Paz nicht die höchstgelegenste Hauptstadt der Welt, wie oft angenommen. Die am höchsten gelegene Hauptstadt ist Quito, mit ca. 2850m. La Paz ist der höchstgelegenste Regierungssitz der Welt, mit 3200m, jedoch ist die Hauptstadt Boliviens Sucre, welches nur auf 2808m liegt.

Außerdem ist La Paz eigentlich nicht eine Stadt, sondern besht aus La Paz selber und der eigentlich größeren Stadt El Alto. Diese ist jedoch jünger und in La Paz "hinein gewachsen" wenn man so will. Die Städte waren bzw sind jedoch geographisch/topographisch getrennt. La Paz liegt im Tal und ist die Stadt der wohlhabenderen. El Alto hingegen befindet sich auf dem Altiplano, aus welchem sich das Tal entwickelt und ist die Arbeiterstadt. Städtebaulich ist jedoch kein Unterschied mehr festzustellen, da der Übergang fließend ist.

Jedoch gibt es große verkehrstechnische Probleme, da die Städte zwar aneinander angeschlossen sind, jedoch nur mit wenigen Hauptstraßen, so dass fast immer Staus herrschen. Aus diesem Grund hat man sich dazu entschlossen einen weltweit einmaligen Schritt im Bereich des ÖPNV zu gehen. Man baut gerade das weltweit größte Netz an Seilbahnen, um das Verkehrsproblem zu beheben. Die ersten 3 sind dieses Jahr bereits eröffnet worden. Weshalb ich es mir auch nicht nehmen lassen habe, eine der Bahnen auszuprobieren, netter Nebeneffekt, man hat eine schöne Aussicht. Insgesamt kommt das System gut an und ist auch für die lokale Bevölkerung erschwinglich. Ein Ticket kostet maximal 0,30€. Besonders beeindruckend fand ich jedoch die Bauweise, so wurde die Seilbahn einfach mitten in die Wohnviertel gebaut. Ebenfalls sehr gut ist die Effizienz. Dauert eine Busfahrt (gleicher Fahrpreis) eine Stunde von El Alto bis La Paz, so sind es mit der Seilbahn etwas mehr als 10 Minuten. Vielleicht ist sowas ja auch mal ein Konzept für Deutschland um chronische Staus und überfüllte, unpünktliche Busse zu umgehen?
Die rote Linie...
...führt bis nach El Alto

Dienstag, 16. Dezember 2014

Rauf auf den Berg

Genauer gesagt ging es 6088m in die Höhe auf den Huayna Potosí. Die erste Etappe war noch nicht so hart, es ging zum Basecamp auf ca. 4700m, wo erstmal ein Grundtraining im Berg- und Gletscherbesteigen geplant war. Aufgrund eines akuten Schneesturms musste das aber erstmal bis zum Nachmittag warten. Das Training selber war sehr hilfreich, um sich mit der Ausrüstung vertraut zu machen, am besten war jedoch das Eisklettern an einer Gletscherwand.
Erstes Camp im Schneesturm
Auf dem Weg zum Gletscher
Huayna Potosí
Eisklettern
Oben angekommen
Das Ganze Equipment weder los werden

Am zweiten Tag ging es dann morgens zum zweiten Camp auf 5200m, wo den Rest des Tages nichts weiter anstand, als sich zu akklimatisieren und Energie zu tanken für den nächsten Tag. Die Luft ist hier oben dann doch schon sehr dünn, so dass viele Probleme haben und nicht schlafen können. Zum Glück war ich, durch die vorangegangenen Wochen, gut vorbereitet und hatte bis zum Gipfel damit nichts zu tun.
Zweites Camp mt Huayna Potosí
Das zweite Camp

Der dritte Tag begann dann pünktlich um Mitternacht, mit einem kurzen Snack, bevor es um 1 Uhr morgens in Richtung Gipfel ging. Die gesamte Besteigung, über einen Gletscher, findet somit im dunklen statt. Man läuft am Seil gesichert mit Eisen unter den Schuhen und von einer Helmlampe erleuchtet durch die Dunkelheit. Dies ist auch das "Problem" an der ganzen Sache. Während man am Anfang noch sehr motiviert ist, wird das Unterfangen irgendwann zu einem Kopfproblem. Man läuft stundenlang durch die Dunkelheit, hat kein Ziel vor Augen und hört nur das gestapfe im Schnee. Nach 3 Stunden fragt man sich dann doch irgendwann mal, warum man dies eigentlich tut. Da hilft es schon, dass man immer mal wieder kurze Pausen mit anderen Gruppen macht und sich so gegenseitig motivieren kann. Nach 5 1/2 Stunden hatten wir endlich, passend mit dem Sonnenaufgang, den Gipfel erreicht.
La Paz vom Gipfel aus gesehen
Alle habens geschafft
Mein Guide William und Ich auf dem Gipfel
So sieht der (Rück)Weg aus

Das Gefühl, wenn man schließlich dort oben steht und die Aussicht genießt, lässt einen dann auch alle Zweifel der vorangegangenen Stunden vergessen. Insgesamt war dies eine sehr gute Erfahrung und ist etwas, dass man nicht so oft macht. Leider kann man dieses Abenteuer nur schwer beschreiben, es ist eins der Dinge, die man selbst erlebt haben muss.

Samstag, 13. Dezember 2014

Vorurteile

Eines der merkwürdigsten Vorurteile mit dem man hier konfrontiert wird ist der Grundsatz: "Weiß = Reich". Ich kann zwar im gewissen Maße nachvollziehen, dass Personen aus Europa und Nordamerika ein höheres Einkommen haben, jedoch heißt dies nicht zwangsläufig, dass jeder mehr Geld hat. Insbesondere unter Backpackern ist das Budget doch eher knapp kalkuliert. Des Weiteren zahlen wir sowieso immer schon Gringopreise, welche zumal deutlich höher sind, als die der Einheimischem. Was ja auch soweit okay ist, da es immer noch vergleichsmäßig günstig ist.

Jedoch ist es schon erstaunlich mit welcher Dreistigkeit die Leute hier versuchen an Geld zu kommen. Während ich (und andere), nördlich von Lima nie direkt nach Geld gefragt wurden, nimmt dies, insbesondere seit Bolivien, stark zu. Dabei kommt es dann auch zu immer absurderen Situationen. Zum einem wird einem erzählt, was die Leute (Tourguides, etc.) für ein Trinkgeld ERWARTEN und welche Höhe angemessen ist. Zum andern kommen sie dann aber auch direkt zu einem, mit fordernden Aussagen wie: "Du hast mir noch kein Trinkgeld gegeben!".

Leider mangelt es Ihnen hier deutlich am Verständnis für unterschiedliche Kulturen, welche man Ihnen auch nicht erklären kann. Mein Eindruck ist, dass sie dies zum Teil auch nicht verstehen wollen. Während für uns Trinkgeld (was normalerweise auch jeder gibt) eine Form der Annerkennug von Leistung ist. So scheint hier ein Verständnis vorzuherschen, wenn ich etwas für einen Weißen tue, so hat mir gefälligst Geld zu geben, da er reich ist (mal abgesehen davon, dass für die Leistung sowieso schon Gehalt gezahlt wird).

Dies ist eigentlich sehr schade, da die meisten, die "gezwungen" werden Trinkgeld zu geben, deutlich weniger bereit sind zu zahlen, als wenn es aus freien Stücken geschieht. Leider schlägt es auch fehl den Leuten dies zu erklären, so dass sie sich selbst in einen Teufelskreis bringen, der ihnen noch weniger bringt, als was sie eigentlich verdient hätten.

Freitag, 12. Dezember 2014

Auf nach Copacabana

Von Puno ging es weiter nach Copacabana in Bolivien, von wo die weitere Erkundung des Titicacasees ausging. Ungefähr 2 Stunden Tucker-Schifffahrt entfernt liegt die Isla del Sol, die wir einen ganzen Tag erkundet haben. Angefangen mit einer Wanderung  zu Ruinen und einen magisch-magnetischen Stein der Inkas, welche beide zwar interessant aber nicht so über spannend sind. Danach ging es dann gut 3 Stunden lang gen Süden zum zweiten Hafen, von wo aus wir wieder zurück nach Copacabana gefahren sind. Das eigentliche Highlight der Isla del Sol ist die Insel, genauer gesagt die Landschaft selber, welche sehr schön und in einer Wanderung gut zu genießen ist.
Copacabana
Typische Landschaft der Isla del Sol
Ausblick auf den Titicacasee über die Ruinen
Zurück in Copacabana konnten wir uns dann wieder am frischen Fisch stärken, welche mein persönliches Highlight des Titicacasees ist. Schön ist, dass man den Fisch direkt am Strand in improvisierten Essensständen bekommt, eine Portion kostet umgerechnet 3€. Das besondere ist, dass man hier neben Forelle auch Königsfisch essen kann.
Königsfisch, frisch zubereitet

Mittwoch, 10. Dezember 2014

Auf zum Titicacasee

Nach einer abschließenden Party und einem Tag Erholung in Cusco, ging es dann für fünf von uns weiter nach Puno, zum Titicacasee. Über Puno gibt es nicht viel zu erzählen, außer das es laut und chaotisch ist. Man bekommt jedoch einen schönen Einblick in die peruanische Baukunst.
Wer passt durch diese Tür?
Als erstes haben wir auf der peruanischen Seite halt gemacht und eine 2-tägige Bootstour unternommen, wobei wir die Nacht bei einer Familie auf der Insel Amantani verbracht haben. Angefangen hat jedoch alles mit einem Besuch auf einer Insel des Stammes der Uros. Diese leben auf schwimmenden Inseln aus Schilf. Auch wenn das Ganze sehr interessant ist, so merkt man jedoch sehr deutlich, welchen immensen Impakt der Tourismus hat, da einem dort jeder versucht irgendwas zu verkaufen und man deshalb leider eher weniger der ursprünglichen Kultur mitbekommt.
Schippern auf dem Titicacasee
Eine Insel der Uros
Anschließend ging es weiter nach Amatani, wo wir nach einem kurzen Mittagessen mit der Familie, einen Tempelberg bestiegen haben. Das Ganze mittlerweile auf 4000 Höhenmetern und auf dem See gelegen macht die Angelegenheit zu einer sehr kalten, welche einen dann doch schon die dünne Luft fühlen lässt. Vom Tempel kann man den Sonnenuntergang über dem Titicacasee bewundern.
Alle sind am Tempel angekommen
Der Sonnenuntergang
Am nächsten Tag ging es nach Taquile, einer weiteren Insel, wo wir frische Seeforelle gegessen und die Aussicht genossen haben, bevor es zurück nach Puno ging.
Panorama des Titicacasees (zum vergrößern anklicken)

Dienstag, 9. Dezember 2014

Machu Picchu

Um 4:30 morgens ging es los, um auf über 2000 Stufen den letzten Abschnitt nach Machu Picchu zu überwinden und pünktlich um 6:00 Uhr zur Eröffnung da zu sein, damit man den Massen entkommt. Für die faulen fährt auch ein Bus zum Eingang, aber wenn man schon mal einen Trek unternimmt, dann geht man auch bis zum Ende. Einmal oben angekommen standen wir dann erstmal im Nebel und konnten nicht soviel sehen, aber nach und nach hat es aufgeklärt, so dass wir ab mittags dann freie Sicht hatten. Ich will an dieser Stelle aber nicht soviel über Machu Picchu schreiben, da man schließlich genug Postkarten, etc kennt. Anstatt dessen, möchte ich lieber auf die etwas unbekannteren Seiten eingehen.
Machu Picchu im Nebel
Auch Lamas gibt es hier
Sexy Lamas in top
Machu Picchu, im Hintergrund Huayna Picchu

Zu aller erst sei erwähnt, das man an beiden "Enden" von Machu Picchu noch kleinere Berge besteigen kann (kostet extra Eintritt und muss im vorraus gebucht werden). Ich habe mich für den Huayna Picchu entschieden, dass ist der Hügel, der auf dem Standardbild, im Hintergrund zu sehen ist. Der Aufstieg ist sehr steil und man muss an einer Stelle durch eine 80cm hohe Höhle kriechen. Die Anstrengungen ist es aber auf jeden Fall wert, da man von oben einen wunderbaren Ausblick auf Machu Picchu genießt. Zudem ist dies der einzige Punkt, von dem man erkennen kann, dass die Anlage in Form eines Kondors gebaut wurde. Allerdings nur, wenn man ein Photo macht und es auf den Kopf stellt.
Huayna Picchu
Der steile Aufstieg
Aussicht von Huayna Picchu
Kondorform von Machu Picchu (wer es nicht erkennen kann, der melde sich, dann versuche ich es besser herauszuarbeiten)
Neben den Hügeln gibt es auch noch weitere Sehenswürdigkeiten die man besichtigen kann, zB eine Inkabrücke, die sehr schön die Baukunst der Inkas darstellt, insbesondere, wenn man beachtet an was für einem Abgrund diese gebaut wurden.
Inkabrücke, man beachten auch die Baumlinie rechts davon, die den Pfad markiert

Festzuhalten bleibt auf jeden Fall, dass Machu Picchu sehr beeindruckend ist, jedoch weniger durch die Architektur, sondern durch die Lage und Umgebung in der es sich befindet.
Am Ende des Tages sind alle müde

Donnerstag, 4. Dezember 2014

Salkantay

Wenn man sich schon auf den Weg nach Machu Picchu macht, dann sollte man auch den Pfaden der Inkas folgen. In meinem Fall hieß das den Salkantay Trek zu gehen.

Tag 1:

Um 4 Uhr morgens ging es mit dem Bus aus Cusco in Richtung Mollepata, wo wir nach einem Frühstück die Pferde beladen und uns dann auf den ersten Abschnitt begeben haben. Am ersten Tag ging es durch Felder und Wälder auf eine Höhe von 3900 Metern, in die Soraypampa, wo wir unser erstes Camp, am Fuß eines schneebedeckten Berges, aufgeschlagen haben. Dies war auch gleichzeitig das beste Camp der ganzen Tour.

Aussicht über die Anden
Aufstieg in Richtung erstes Camp
Der Berg van dessen Fuß wir campten

Tag 2:

Am nächsten Tag stand dann der härteste Abschnitt auf dem Programm, es ging den Salkantay-Pass in einer Höhe von 4700 Metern zu über queren. Der Aufstieg war relativ anstrengend, was jedoch durch die Landschaft bei weitem wettgemacht wurde. Man geht an Gletschern vorbei und hat wunderbare Aussichten über die Region. Am Nachmittag ging es dann zum zweiten Camp in Chaullay auf 2900 Metern. Dabei steigt man langsam in den Regenwald hinab, wodurch man ein komplett anderes Naturerlebnis hat. Abends gab es dann noch die Chance an einem lokalen Spiel teilzunehmen, Sabu, bei dem es darum geht Goldmünzen in eine Froschstatue zu werfen.

Der Aufstieg zum Pass, im Hintergrund Salkantay
Auch die Pferde müssen hier hoch
Alle sind oben angekommen
Der Abstieg in Richtung Regen
Sabu

Tag 3:

An diesem Tag ging es 5 Stunden durch den Regenwald (wörtlich), bis wir an unserem Mittagsstopp angekommen waren. Den Nachmittag hatten wir dann das Erholungsprogramm, da wir in Santa Theresa halt gemacht und die heißen Quellen aufgesucht haben. Am abend stand die Tourparty auf dem Programm. Erst sind einige von uns in das Dorf gegangen, um das Nachtleben zu erkunden, danach ging es am Lagerfeuer oder an der Bar mit den Tourguides weiter. Dort habe ich schließlich bis 4 Uhr morgens Inka Tequila getrunken. Dies ist Schnaps, in welchem Schlageneier eingelegt sind... Interessanter Geschmack und sehr hochprozentig.

Wandern über Flüsse und...
...durch den Regenwald

Tag 4:

Dies war der letzte Tag des Treks, der Morgen stand zur freien Verfügung, welche einige zum Ziplining genutzt haben. Danach ging es dann zum Mittagessen nach Hidroelectrica, welches der Startpunkt für die letzte Etappe war. Der letzte Abschnitt führt entlang von Gleisen, durch ein sehr schmales Tal am Fuße des Berges auf dem Machu Picchu steht. Nachmittags sind wir schließlich in Aguas Calientes oder auch Machu Picchu Pueblo angekommen, wo wir uns nochmal gestärkt haben, da am nächsten Tag der Aufstieg nach Machu Picchu auf dem Programm stand.

Die Toilette mit der besten Aussicht
Auf gehts auf die letzte Etappe
Der Zug kommt
Auch Brücken müssen überquert werden
Aguas Calientes

Fazit:

Insgesamt war dies eine der besten Erfahrungen, die ich bis jetzt hier gemacht habe, wenn die einzelnen Abschnitte mit 10-22km doch teilweise recht hart waren, so waren die Landschaften einfach unglaublich. Zusätzlich war dies auch eine der besten Gruppen, wenn nicht die beste, mit der ich je unterwegs war, wobei die verschiedenen Nationalitäten (Peru, Tschechien, USA, Kanada, Tawain, Südkorea, Israel, Niederlande, England, Australien) eine große Bereicherung waren. Ich kann jedem nur empfehlen diesen Trek zu machen!