Donnerstag, 31. Juli 2014

San Agustin

Die Fahrt hierhin war doch nicht so schlimm wie gedacht. Das mag auch daran liegen, dass mittlerweile beliebige Teile der Strasse asphaltiert sind. Wirklich beliebige Teile, hier lässt sich kein sinnvoller Zusammenhnag erkennen, warum mal 500 Meter Strasse existieren, dann mal 20km nur Piste und dann mal wieder einige Kilometer Strasse. Man merkt bei der Fahrt auch, dass wir nun in einem Gebiet sind, in dem es vor 3-4 Jahren noch Anschläge durch die FARC gab, da wesentlich häufiger als bisher Militärposten am Straßenrand auftauchen. Teilweise werden diese auch durch Panzer verstärkt.

San Agustin selber ist ein sehr merkwürdiges Plätzchen. Es gibt unzählige Billiardbars, dass ist hier so der einzige Zeitvertreib der Männer, was die Frauen machen weiss ich nicht. Obwohl hier durchaus auch mal Touristen vorbeikommen, scheinen Weiße  doch noch etwas tolles zu sein, so wollten hier ein paar Kinder Photos mit uns machen. Es gibt hier auch einen riesigen Markt der umliegenden Bauern, wo ich eine sehr kuriose Begegnung hatte, auf einmal hat mich jemand verfolgt. Allerdings nicht sehr geschickt, und ich bin ihn innerhalb weniger Minuten wieder los geworden. Ansonsten gibt es noch einen Rummelplatz mit einem Riesenrad, dass ich nicht benutzen möchte, da es schon sehr stark wackelt, während es fährt... und eine Bimmelbahn gibt es auch die durch den Ort fährt, leider haben wir es nie geschafft herauszubekommen wann, sondern sie immer nur vorbeifahren sehen. Doch schon etwas kuriose Dinge, die man nicht mitten in den Anden erwartet anzutreffen.
Das Riesenrad
Die Bimmelbahn

Eine Kirche gibt es auch mit einer sehr interessant Statue davor, aber seht selbst:

Wir selber wohnen in einem kleinen Hüttendorf oberhalb der Stadt, was sehr idyllisch liegt und von wo man eine sehr schöne Aussicht auf die Anden hat.
Unser Wohnhaus
Das Bad
Die Aussicht


Montag, 28. Juli 2014

Popayan

Das war das nächste Ziel auf unserer Route, mit Umsteigen hat die geplante Fahrt von 7 Stunden dann auch nur 10 Stunden gedauert. Fast so schlimm wie bei der DB hatte dabei ein Bus auch noch Verspätung, aber zum Glück lief auf einem Fernseher im Busbahnhof eine Folge (der Originalserie) Captain Tsubasa nach der anderen, so hatte ich zumindest einen guten Zeitvertreib ;-)

Einmal in Popayan angekommen hat der Daniel sich erstmal 14 Stunden schlafen gelegt, da er total von Mücken zerstochen und krank ist. Interessanterweise habe ich nicht einen einzigen Stich... Während er sich gestern noch weiter ausgeruht hat, habe ich mir dann Popayan alleine angeguckt. An sich ein hübsches kleines Städchen mit alten Kolonialbauten, die nach einem verheerenden Erdbeben in den 80ern originalgetreu wieder aufgebaut worden sind. Jedoch nur ansich, da es Sonntag war und somit fast alles geschlossen war, sogar die Restaurants. Dabei ist Popayan die erste Stadt die in die UNESCO Liste der Gastronomie aufgenommen wurde und ich hatte mich so auf ein kulinarisches Fest gefreut :-(

Heute geht es auch schon weiter, nach San Agustin.... zumindest wenn wir die Fahrt überstehen. Für die gerade mal 140km braucht man 6-8 Stunden, da man über mehrere Pässe und Serpentinen auf einer nur bedingt befestigten Strasse fahren muss. Ich bin mal gespannt, was uns da erwartet.

Sonntag, 27. Juli 2014

Regenwaldbergabenteuer

Zum Wandern sind wir ins Valle de Cocora gefahren. Die Fahrt ansich ist schon ein kleines Abenteuer, man fährt von Salento mit einem Jeep ca. 20 Minuten in das Tal. Da die Jeeps jedoch schon voll waren durften wir uns auf die Trittfläche hinter dem Auto hängen und so die Serpentinen und Pisten lang fahren. Eigentlich viel besser, als nur im Jeep drin zu sitzen, wenn auch etwas gefährlicher ;-)
Abhängen hinterm Jeep
Der erste Teil  der Wanderung führt über einen doch eher langweiligen Feldweg, was aber durch denn zweiten Teil vollkommen ausgeglichen wird. Hier geht es durch ein kleines Flusstal bergaufwärts, wobei man Bäche auf Brücken überqueren, die nur aus Baumstämmen bestehen oder einfach durch den Urwald gehen muss.
Wandern im Indiana Jones Style
Am Ende des Weges, der teilweise schon recht steil ist, erreicht man dann einen kleinen Bauernhof, auf dem jede Menge Kolibris leben. Diese sind auch sehr zahm und kommen den Besuchern sehr nah, manchmal sogar zu nah, einer ist in den Danny reingeflogen.
Kolibri beim Trinken
Von dem Bauernhof geht es auf den dritten Teil der Wanderung, der auch den anstrengensten darstellt. Hier geht es sehr steil den Berg hoch, so dass man für die gerade einmal 800 Meter mindestens ne halbe Stunde braucht. Einmal oben angekommen geht es dann langsam wieder zurück zum Ausgangspunkt. Auf dem Rückweg hat man sehr schöne Aussichten auf das ganze Tal. Während des Wanderns hatte ich noch eine kuriose Begegnung, ein Schmetterling hat sich auf meinem Arm niedergelassen und ist dort ne halbe Stunde sitzen geblieben, um den Schweiß  zu essen. Ich muss sagen, dass der Rüssel von Schmetterlingen ziemlich nass und kalt ist und kitzelt. :-P
Schmetterling in Nahaufname
Weiter auf dem Weg kommt man an den 60 Meter hohen endemischen Quindio Wachspalmen vorbei. Die ganze Szene erinnert irgendwie an Jurrasic Park. Und schließlich kommt man dann nach 10km oder 5 Stunden wieder am Ausgangspunkt an. Stilecht ging es dann wieder am Jeep hängend zurück.
Quindio Wachspalmen

Samstag, 26. Juli 2014

Reiten und der Kaffee

Wo wir schon in einem Gebiet sind, dass sehr weitläufig ist uns viel zu bieten hat, haben wir die Chance genutzt eine Reittour zu einem Wasserfall zu unternehmen. Insgesamt ging es mit einer Gruppe von 11 Leuten los, zuerst noch ein einfaches Stück, um sich an die Tiere zu gewöhnen, dann jedoch einen immer steileren Weg den Hang hinunter. Nach gut zwei Stunden über Stock und Stein und durch die wunderbare Landschaft hier, sind wir  dann an einem Wasserfall angekommen, wo wir schwimmen gehen konnten. Das Wasser war allerdings eiskalt, jedoch eine willkommene Erfrischung. Danach ging es dann wieder zurück die Hänge hoch. Ein Glück das wir die Pferde hatten, denn ansonsten wäre das eine ziemliche Tortur geworden. Zum Ende hin sind wir, naja fast alle, dann zur Farm galoppiert, mein Pferd war jedoch etwas müde und wollte nur traben... Vielleicht auch besser so, denn da wir das Reiten nicht gewohnt sind, hatten wir danach ziemliche Schmerzen in den Oberschenkeln.
Der Danny aufm Pferd

Flussdurchquerung
Da wir uns hier ja in der Kaffeeregion befinden haben wir natürlich auch eine Kaffeefarm besichtigt. Das Ganze ist sehr interessant, besonders dass nur die minderwertige Ernte im Land bleibt und das hochwertige Produkt komplett exportiert wird. Deswegen bekommt man in Kolumbien, sofern man die gleichen Läden besucht wie die Einheimischen eigentlich nur B-Ware... Auf der Farm durften wir sogar unseren eigenen Kaffee pflücken und mahlen, und ihn dann nachher auch trinken.
Frisch gepflückter Kaffee, noch in der Schale

Links: der getrocknete, grüne Kaffee; Rechts: der geröstete Kaffee

Mittwoch, 23. Juli 2014

Salento

Abends um 10 Uhr losgefahren, sind wir, mit zweimaligen Umsteigen, morgens um 8 Uhr in Salento angekommen. Hier leben wir auf einer Farm mit Pferden, Hunden, Hühnern und Ziegen. Insgesamt ist die Gegend eher ruhig, Salento ist nur ein kleiner Ort mit 7000 Einwohnern. Entsprechend sehen auch die Aktivitäten aus, nachher werden wir versuchen einen Ausritt zu einem Wasserfall zu machen und vielleicht noch eine Kaffeefarm besuchen. Ansonsten steht hier noch Wandern auf dem Programm, da die wunderschöne Landschaft einfach dazu einlädt.
Blick vom Aussichtspunkt in Salento
Kulinarisch befinden wir uns mal wieder einem Forellengebiet, die kommt frisch aus dem Cocora-Tal. Gestern war dann auch Fischtag, mit einer Forellensuppe und Forelle in einer Milch-Zwiebel-Tomaten-Sosse gekocht. Dazu wird ein riesiger Patacones serviert, ein Fladen aus Kochbanane. Dieses Essen war ausgezeichnet und mitunter eines der Besten der ganzen Reise, bzw. eine der besten Forellen die ich je gegessen habe.

Abends waren wir dann noch mit ein paar anderen Deutschen (Warum laufen hier eigentlich nur Deutsche aus dem Kölner Raum rum?), die wir schon in Bogota getroffen hatten, Tejo spielen. Tejo ist der Nationalsport von Kolumbien und wurde in abgeänderter Form schon von den Indianern gespielt. Dabei geht es darum einen metallernen Stein in einen matschigen Kasten zu werfen in dem ein Metallring liegt. Auf dem Ring liegen kleine Päckchen mit Schwarzpulver, die es zum explodieren zu bringen gilt. Insgesamt sammelt man dabei Punkte und das Verliererteam muss die Getränke bezahlen. Das Ganze ist allerdings schwerer als es sich anhört, wir habe es nur ein paar Mal geschafft, dass wirklich etwas explodiert ist. Dann knallt es aber laut, es gibt Feuer und jede Menge Rauch.
Tejo - fast - in Perfektion (für die Suchfreunde, man kann den Tejo im Bild fliegen sehen)
Dem Danny geht es übrigens auch noch gut und er hat einen neuen Freund gefunden, wie folgendes Bild zeigt:
Danny und sein bester Freund

Dienstag, 22. Juli 2014

Nebel, Waffen und Essen

So sieht ein normaler Tag in Bogota aus, aber der Reihe nach:

Sonntag morgens sind wir zum Monserrate, dem Hausberg Bogotas, aufgebrochen. Es gibt drei Möglichkeiten dort hochzukommen: zu Fuss, mit der Seilbahn und der Zahnradbahn. Wir haben uns für letzteres entschieden, was eine schöne, steile und kurze Fahrt durch den Wald ist, bis man die ca. 600 Meter hinter sichgebracht hat. Dann muss man noch ein kleines Stück gehen und man ist an der Gipfelkirche angekommen. Monserrate ist eine Pilgerstätte und da am Sonntag Unabhängigkeitstag war, war es dort entsp(b)rechend voll. Dafür war die Musik im Gottesdienst immerhin interessant, nicht nur so altmodische Orgelmusik, sondern auch mit Gitarre und anderen Instrumenten poppig gestaltet. Wir sind dann noch auf dem Gipfel rumgelaufen, wie es sich für eine richtige Pilgerstätte gehört gibt es natürlich massenhaft Staende die allen Ramsch verkaufen: Marienstatuen, Ponchos, Trinkflaschen, Power Ranger Figuren, Kokain-Marihuana-Salbe, usw. Da wir ja schon 3200 Meter über dem Meeresspiegel waren und die Luft dünner ist, haben wir uns einen Coca-Tee gegönnt. Laut Tipps der Einheimischen hilft der super gegen Höhenkrankheit. Weil wir so hoch waren befanden wir uns jedoch auch in den Wolken und hatten nur bedingt gute Sicht über Bogota. Was wir aber sehen konnten war beeindruckend. Die Stadt ist wirklich riesig.
Bogota vom Monserrate aus
Was auch auffällig war, dass dort oben jede Menge schwer bewaffnetes Militär rumlief, zum Teil auch mit Grantwerfern. Nachdem wir mit der Seilbahn wieder runtergefahren waren, sind wir in die Stadt gegangen. Aufgrund des Feiertags war dort ziemlich viel los auf der Strasse, alle möglichen Kleinkünstler, bis hin zum Meerschweinchen-Wettrennen. Die Stadt war ebenfalls voll mit Militärs unterschiedlicher Klasse und Waffen. Besonders interessant waren jedoch die in Gardeuniform, die hatten dazu passend einen weissen Knüppel an. Wahrscheinlich damit man die Blutspritzer noch besser sehen kann... Wie wir hinterher erfahren haben, war gleichzeitig mit den Festlichkeiten auch der Präsident in der Stadt und hat einen neuen Kongress berufen, weswegen erhöhte Alarmbereitschaft galt.

Das Beste an den Feierlichkeiten sind aber die vielen Strassenstaende, die zwar sonst auch vorhanden, aber in viel kleinerer Zahl existent sind. Dort kann man neben jeder Menge frischen Früchten und Säften auch Essen kaufen, wovon wir uns hier auch gut bedienen... beim Preis von umgerechnet 0,60 - 1,20 Euro kann man da auch nicht meckern.
Fleischspiess mit Kartoffel, 60 Cent
Eine Tüte Churros, 60 Cent
Gestern waren wir dann noch im Botero-Museum, dem wohl bekanntesten Künstler Kolumbiens. Er ist berühmt dafür, alles in anderen Proportionen zu gestalten. Sonst haben wir nicht mehr so viel gemacht, denn es geht mit dem Nachtbus weiter in die Kaffeeregion nach Armenia und dann schließlich nach Salento, wo wir die nächsten Tage bleiben werden.
Die Mona Lisa von Botero

Sonntag, 20. Juli 2014

Nach und durch Bogota

Gestern sind wir von Medellin nach Bogota weitergereist. Das Ganze fand mit dem Bus statt. Wie das hier nunmal so ist, stimmen die Fahrtzeiten jedoch nicht mit der Realität überrein, veranschlagt sind 9 Stunden man braucht aber meist länger. Wir sind nach 11 Stunden angekommen, zumindest am Busterminal. Da geht dann nämlich das nächste Abenteuer los, während in der Stadt unglaublich viele Taxen umherfahren, scheinen sie den Busbahnhof zu meiden. Also muss man sich in ne Schlange einreihen, die zu einem kleinen Wärterhäuschen führt, wo man sagt, wo man hin will und sie einem einen Zettel ausdruckenn, den man dem Taxifahrer gibt. Klingt simpel, ist es theoretisch auch, jedoch mussten wir ungefähr 45 Minuten anstehen und auf nen Taxi warten...
Das hat dann auch geklappt und wir sind im Hostel angekommen. Hier scheiden sich die Geister, während es mir gefällt, ziemlich urig, alles ist bunt,mit Bildern behangen und wirkt ziemlich zusammengeschustert, findet der Danny es dann eher nicht so toll. Aber der luxusverwöhnte Herr ist auch nicht der Fan von Hostels ;-)

Die Busfahrt selber ist recht spannend, auch wenn wir viel verschlafen haben. Man fährt einmal durch die Anden, dann durch ein Tal und wieder die Berge hoch nach Bogota, dass alles erfolgt in Serpentinen und man hat sehr schöne Aussichten. Der Bus überholt dabei auch gerne mal in Kurven oder sonst irgendwie, was aber hier Gang und Gebe ist, für Europäer allerdings etwas gewöhnungsbedürftig. Während der Fahrt laufen auch Filme, besonders  beliebt ist hier Nicolas Cage... warum auch immer... es bleibt aber festzuhalten, dass er die Fahrzeit nicht verkürzt.

Obwohl wir schon früh losgefahren sind in Medellin, um 7 Uhr war es dann schon recht spät, so dass wir uns nur noch ein Sandwich geholt haben. Dies war jedoch besonders, von einem mexikanischen Laden, der voll mit Postern von Luchas Liberadores ist (Die Wrestlingfans unter uns wissen wovon ich rede, der Rest sollte nachgucken ;-) ). Außerdem gibt es noch typisch mexikanische Saucen die von scharf bis übertrieben scharf reichen.

An unserem ersten Tag in Bogota haben wir eine Fahrradtor durch die Stadt gemacht, die uns von zwei Mädels in Medellin empfohlen wurde. Und sie hatten recht, diese Tour ist wirklich gut und kann ich nur weiterempfehlen. Der Tourguide ist ein Amerikaner, der seit 9 Jahren hier lebt und sich bestens auskennt. Auf der gut 5 Stunden dauernden Tour haben wir einen Obstmarkt besichtigt und jede Menge exotische Früchte probiert, die mehr oder weniger gut schmecken. Am besten fand ich die Nispero, falls mal jemand was exotisches probieren möchte. Dann waren wir noch an einer Schokoladenfabrik, einer Kaffeefabrik und haben auch die dunkleren Seiten der Stadt gesehen, mit dem Rotlichtviertel und sehr heruntergekommenden Strassen. Insgesamt muss ich sagen, dass Bogota wesentlich dreckiger und auch unorganisierter wirkt als Medellin. Jedoch hat es auch seinen eigenen Charme und weisst sehr viele bunte Stellen und Murals auf, welche von der Stadt unterstützt werden.